Gewaltschutzkonzept Krankenhaus

26. Mai 2026

Gewaltschutz und Sicherheit in Notaufnahme, Ambulanz und Psychiatrie

Gewaltprävention mit Struktur

Mitarbeitende in Notaufnahmen, Ambulanzen und psychiatrischen Bereichen versorgen Menschen in akuten Krisen. Dadurch stehen sie unter Schmerzen, Angst, Stress, Intoxikation oder psychischer Ausnahmesituation. In diesen Situationen kann es zu verbaler Aggression, Bedrohung, Grenzverletzung oder körperlichen Übergriffen kommen.

Die Relevanz ist gut begründbar: Nach einer DKI-Umfrage im Auftrag der DKG gaben 66 Prozent der Krankenhäuser an, dass Übergriffe mäßig oder deutlich zugenommen haben. 95 Prozent der Krankenhäuser mit Notaufnahme registrierten dort Übergriffe. Als Ursachen wurden unter anderem krankheitsbedingte Ursachen, allgemeiner Respektverlust und lange Wartezeiten genannt.

Die BGW beschreibt Gewaltprävention im Krankenhaus ausdrücklich als Thema von Prävention, Intervention und Nachsorge. Die Berufsgenossenschaft benennt Mindeststandards wie Zugangskontrolle, sichere Empfangsbereiche, Rückzugsorte, Deeskalationstrainings, Notfallplanung, Alarmierung, Nachsorge sowie Erfassung und Auswertung von Übergriffen.

Ein einzelnes Deeskalationstraining reicht daher nicht aus. Wirksamer Gewaltschutz entsteht durch ein abgestimmtes Gewaltschutzkonzept Krankenhaus.

Wir untersuchen dazu typische Eskalationssituationen und entwickeln kritische Bereiche und bestehende Schutzmaßnahmen. Dazu gehören Anmeldung, Wartebereich, Triage, Behandlungsräume, psychiatrische Aufnahmen, Nachtzugänge, Liegend Anfahrt. Außerdem betrachten wir Alarmierungswege, Rückzugsräume und Schnittstellen zu Sicherheitsdienst, Polizei und Rettungsdienst.

Projektziel

Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Implementierung eines praxistauglichen Gewaltschutzkonzeptes für Notaufnahme, Ambulanz und Psychiatrie. Das Konzept soll die Sicherheit der Mitarbeitenden erhöhen, Eskalationsrisiken reduzieren, klare Handlungswege schaffen und die Organisation befähigen, Gewaltvorfälle systematisch zu erfassen, auszuwerten und nachzubereiten.

Das Projekt versteht Gewaltschutz als Führungs-, Arbeitsschutz- und Organisationsentwicklungsaufgabe. Es verbindet unterschiedliche Perspektiven auf Entstehung und Prävention von Gewaltvorfällen: Risikoanalyse, Schutzmaßnahmen, Deeskalationskompetenz, Alarmierungs- und Interventionsprozesse, Meldewege, Nachsorge und kontinuierliche Verbesserung.

Gewaltschutzkonzept Krankenhaus

Unser Vorgehen

Das Organisationsentwicklungsprojekt ist auf einen Zeitraum von ca. 3 Monaten angelegt. Im Einzelnen sind folgende Arbeitsschritte vorgesehen:

  1. Dokumenten- und Datenanalyse
  2. Begehung und Sicherheitsaudit
  3. Gefährdungsanalyse und Risikomatrix
  4. Mitarbeitenden Interviews und Fokusgruppen
  5. Prozessanalyse
  6. Maßnahmenworkshops
  7. Training und Simulation
  8. Konzeptformulierung
  9. Umsetzung und Review

Ergebnis

Sie erhalten ein schriftliches Gewaltschutzkonzept Krankenhaus mit konkreten Standards, Verantwortlichkeiten und Maßnahmen. Dazu gehören folgende Elemente: ein Risikoprofil, ein Maßnahmenplan, Melde- und Auswertungswege, Eskalationsstufen, Nachsorgeprozess, Führungsempfehlungen, ein Schulungskonzept für die betroffenen Berufsgruppen und KPIs zur dauerhaften Steuerung.

Am Ende steht ein umsetzbares und handlungsorientiertes Gewaltschutzkonzept, das zu Ihrer Einrichtung passt. Es verbindet Prävention, Intervention und Nachsorge und macht Gewaltprävention zu einem festen Bestandteil von Arbeitsschutz, Führung und Organisationsentwicklung.

Gerne besuchen wir Sie persönlich, um Ihren konkreten Entwicklungsbedarf einzuschätzen, mit Ihnen einen möglichen Projektrahmen zu definieren und uns näher kennenzulernen. Dieser Erstkontakt ist für Sie unverbindlich und kostenfrei. Wir freuen uns, Ihr Haus kennenlernen zu dürfen!