• Arbeitswelt 4.0 – Trends und Herausforderungen

Arbeitswelt 4.0 – Trends und Herausforderungen

Fehlzeiten und Präsentismus sind das Ergebnis unzureichend kompensierter Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0:

  • Geschäftsmodelle und Unternehmensstrukturen verändern sich – immer kürzere Produktzyklen und kontinuierliche Veränderung von Produktionsprozessen in flexiblen Organisationseinheiten
  • Hierarchische Führungssysteme verlieren an Wirksamkeit – wachsender Handlungs- und Entscheidungsdruck, flache Hierarchien, sich selbst steuernde Teams, Interkulturalität, mehr individuelle Entscheidungsspielräume der Beschäftigten
  • Präsenzkultur verliert an Bedeutung – Digitalisierung führt zu ständiger Erreichbarkeit, im Homeoffice verwischt die Grenze zwischen Berufs- und Privatleben, betriebliche Bindungseffekte werden abgeschwächt
  • Lebensstile und Erwartungen der Beschäftigten an die Arbeit ändern sich – veränderte Geschlechterrollen, steigende Bedeutung von Familie, Freunden und Freizeit führen zur Bedeutungsverschiebung weg aus der Arbeitswelt hin zu privaten Interessen, insbesondere bei jungen Beschäftigten, deren work-life-balance neue Koordinaten erhält
  • Demografische Entwicklung und Fachkräftemangel fordern das Personalmanagement heraus – intensiver Wettbewerb um qualifizierte und motivierte Arbeitskräfte rückt die Arbeitgeberattraktivität in den Fokus, gesundheitsfördernde Unternehmen
    sind hier klar im Vorteil

Der rasche Wandel von Geschäftsmodellen, Produktionsweisen und Organisationsstrukturen und immer öfter auch konfrontierende Kundenkontakte führen zu tiefer Verunsicherung der
Mitarbeitenden. Das bedroht deren Motivation und mindert ihre Leistungsfähigkeit.

Die Fähigkeit zur Selbststeuerung und ein hohes Maß an individueller psychischer Belastbarkeit wird im Zuge der Digitalisierung immer wichtiger. Physische Energie rückt in den Hintergrund. Damit dominieren im Krankheitsspektrum immer stärker Erschöpfung, Ängste, Hilflosigkeit, Schlafstörungen, Fehlernährung und Bewegungsmangel.

 

Mit betrieblichem Gesundheitsmanagement den Wandel gestalten

Auf diese gesundheitlichen Herausforderungen hat der Gesetzgeber in den letzten Jahren mit Anpassungen des Sozialrechts (PräG, BTHG, u. a.) reagiert: Präventive Sichtweisen dominieren heute das betriebliche Gesundheitsmanagement.

In vielen Unternehmen liegt das Augenmerk aber immer noch stark auf dem physischen Arbeitsschutz. Motiviert durch Berufsgenossenschaften und Unfallversicherer haben fast alle Unternehmen die physische Gesundheitsprävention sehr weit vorangebracht. Angesichts der radikalen Veränderung der Arbeitswelt von der Hand- zur Kopfarbeit reicht das aber nicht mehr aus. Mit der Aufnahme psychischer Risiken in die betriebliche Gefährdungsbeurteilung rücken jetzt die weichen Faktoren gesundheitlicher Belastung stärker in den Vordergrund.

Fachlich werden Ursachen für psychische Belastung übereinstimmend in den Feldern Führung, Arbeitsorganisation und mangelnde psychosoziale Unterstützung der Beschäftigten verortet. Personalverantwortliche können auf dieser Basis einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung von Beeinträchtigungen und der Einleitung effektiver Hilfen im Betrieb leisten.

Das setzt voraus, dass Führungskräfte mit den Erscheinungsformen und der Entwicklung von psychischen Erkrankungen vertraut sind und dass Unternehmen und öffentliche Einrichtungen im Rahmen ihres betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) belastende Arbeitsbedingungen reflektieren und optimieren. Auf diesem Wege finden die Interessen des Unternehmens und seiner Beschäftigten zusammen.


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